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Jenseits von Extremen

Ich kenne einen sehr netten jungen Mann, der süchtig ist nach Bewegung. Eher läuft er sich die Füße wund als dass er reduziert. Ich kenne eine sehr nette ältere Dame, die sich von der Bewegung so sehr entfremdet hat, dass sie jetzt ohne Rollator nicht mehr gehen kann. Beiden kann geholfen werden, davon bin ich überzeugt. Ja, es kann anfangs wehtun und sich grundfalsch anfühlen, die unbenutzten Muskeln zu aktivieren. Es kann große Überwindung kosten, dem Zwang nach Dauerbewegung nicht nachzugeben und den gestressten Muskeln einfach Ruhepausen zu gönnen. Die meisten Menschen befinden sich wohl irgendwo mittendrin zwischen den Extremen. Eine halbe Stunde Bewegung pro Tag muss drin sein, mindestens. Der Kreislauf soll spürbar in Wallung kommen, die Muskeln sollen Beanspruchung erleben dürfen. Meine Eltern sind ca. Mitte 80 und schwingen regelmäßig im Wald ihre Nordic Walking Stöcke. Zwischendrin machen sie Gymnastik. Sicher haben sie nicht jeden Tag überbordende Lust dazu. Aber der Erfolg gibt ihnen recht. Sie leben selbständig ohne fremde Hilfe und bearbeiten ihren Garten. Sicher gibt es auch Senioren, die ohne Sport einigermaßen gesund sind und solche, die trotz Sport mit Beeinträchtigungen kämpfen. Die allermeisten aber erhöhen signifikant ihre Lebensqualität, wenn sie dem inneren Schweinehund kein Gehör schenken und einfach anfangen. Immer wieder, jeden Tag. Dann ist auch ab und zu ein leckeres Stück Kuchen drin, ohne dass es ansetzt.

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