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Froh trotz allem

Klar finde ich die aktuelle Lage bedrückend und verstörend und ich mag schon gar keine Nachrichten mehr gucken. Es macht mich so fassungslos. Für mich selber bin ich zu der Einsicht gekommen, dass es niemandem hilft, wenn ich am Boden bin. Nie war gute Selbstfürsorge so wertvoll wie heute. Damit habe ich eine gute Ausgangslage, um ruhig nachzudenken, wie ich meinen Beitrag zur Unterstützung leisten kann. Beten sowieso, geht klar. Spenden, ja gerne, auch Sachspenden. Ich habe manch Brauchbares in unserem Haus gefunden, das ich selbst gerade nicht zwingend brauche: Vorräte an Duschgels zum Beispiel, die kann ich teilen. Stofftiere auf dem Dachboden, auf die unsere erwachsenen Kinder keinen Wert mehr legen, etc. Ja, und letzte Woche hatte ich Zeit, da waren Ferien und ich habe einen Nachmittag lang geholfen, Sachspenden zu sortieren und Kisten zu packen. Im Sekundentakt kamen die Menschen mit Kisten und Säcken in die große Halle, da türmten sich Berge an Bettsachen, Spielsachen, Lebensmitteln, Schuhen, Kleidung, Hygieneartikeln, das war sehr berührend. Mit der Aufnahmebereitschaft für Geflüchtete zögere ich noch etwas, weil das Gästezimmer vollgestopft ist mit Kisten voller Baby- und Kleinkindkleidung. Sie werden von erwachsenem Kind 1 zwischengelagert für erwachsenes Kind 2, da Kind 2 heuer Vater wird und Kind 1 schon mehrere Kinder hat. Unser elternwerdendes junges Paar hat noch keinen Platz in der Wohnung, aber Ende April zieht es um in eine größere Wohnung. Dann verschieben sich die Kisten-Verhältnisse und schaffen Platz für neue Ideen. Und so sehe ich zu, dass ich froh bleibe, das steckt andere an. Und wenn andere froh sind, steckt das mich an.

Und wenn es mir gut geht, ernähre ich mich auch besser. 🙂